Krisenberatung Unternehmensberatung ist Vertrauenssache Seit 1989 ist der Diplom-Ökonom und gelernte Tischler Martin Günther Neumann als Unternehmensberater tätig und seit 1998 Inhaber der Betriebsberatung für den Mittelstand. Ab dem Januar 2000 wird er als Projektbetreuer im Rahmen des Projekts „Runder Tisch" der ehemals DtA und jetzt KfW-Bankengruppe eingesetzt. Im September 2008 übernahm er den 150sten Runden Tisch. Dies ist ein Anlaß, über die Beratungstätigkeit und das Projekt „Runder Tisch" nachzudenken. Warum braucht jemand Unternehmensberater? Relativ einfach: Jedermann hat in seinem Leben schon einmal Rat gesucht, und hoffentlich auch gefunden. Alleine die intensive Diskussion über oder die Darstellung von Problemen hilft einem selbst, sich der Situation klar zu werden. Es muß das eigene Verhalten durchleuchtet und klar dargestellt werden, um die Situation deutlich zu machen. In diesem Prozeß ist ein neutraler und kompetenter Partner hilfreich, der neben detailliertem Nachfragen auch mit seinem Wissen fundiert und praxisnah zur Problemlösung beitragen kann. Die Rolle des Unternehmers ist immer komplexer und die Anforderungen von Kunden, Lieferanten, Mitarbeitern und Finanzierern sind immer größer geworden. Unternehmersein heißt, die wesentlichen Aufgaben selbst in die Hand zu nehmen, und alle weiteren Tätigkeiten unter Kontrolle zu delegieren. So kann auch ein Berater im Gesamtwissen immer nur einzelne Bereiche abdecken, die in einem engen Vertrauensverhältnis mit dem Unternehmer bearbeitet und umgesetzt werden. Hierbei ist interessant, daß die wesentlichen unternehmerischen Probleme kaufmännischer Natur sind, und die jeweilige Branche erst in zweiter Linie eine Rolle spielt. Zu Beginn seiner beraterischen Tätigkeit wurden von Martin G. Neumann in erster Linie Einzelhändler beraten. Inzwischen haben sich die Proportionen verschoben, so daß heute hauptsächlich Dienstleister, Handwerker, handwerks- und industrienahe Produktionsbetriebe und nur noch vereinzelt Einzelhändler betreut werden. Wie ein roter Faden zieht sich jedoch ein Merkmal durch die mittlerweile fast 20-jährige Tätigkeit als Unternehmensberater: Immer wieder kommt es darauf an, einen soliden Geschäftsplan zu erstellen. Dabei ist es egal, ob es sich um ein bestehendes Unternehmen handelt, eine Nachfolgeregelung, eine Investition, eine Existenzgründung oder aber eine Sanierung. Dieser Geschäftsplan gibt dem Unternehmer eine Sicherheit, wie er sein weiteres Vorankommen gestalten kann. Und diese Sicherheit benötigt er, um seinen Kunden, Lieferanten, Mitarbeitern und Finanzierern sicher und seriös gegenüber zu treten. Die eigenen Erfahrungen durch handwerkliche und kaufmännische Tätigkeiten vor seinem Studium der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre, sowie Politologie, Rechtswissenschaft und Soziologie im Nebenstudium, verbunden mit den Einblicken in viele Branchen machen es Martin G. Neumann leichter, die individuellen Probleme seiner Kunden relativ schnell zu erkennen. Dies ist gerade bei den Einsätzen als Projektbetreuer im Rahmen des Projekts „Runder Tisch" hilfreich. Was sind die wesentlichen Erkenntnisse aus dem Projekt „Runder Tisch"? Nach hundertfünfzig Projekten aus allen Branchen kann festgestellt werden, daß immer ein früherer Kontakt hilfreich gewesen wäre. Der Unternehmer arbeitet in der Regel ordentlich in seinem Tagesgeschäft, während er die Randbereiche schleifen läßt oder nicht ernst genug nimmt. Und dann kommt der Tag, an dem entweder die Hausbank, ein Sozialversicherungsträger oder ein Lieferant auf eine Zahlungsvereinbarung oder eine Zahlungsfrist bestehen, die der Unternehmer von der Wichtigkeit her an die letzte Stelle seiner Verpflichtungen geschoben hat. Dann muß in erster Linie wieder Ruhe in die Geschäftsverbindung gebracht, und leider immer wieder das Zahlenmaterial der vergangenen Jahre aufgearbeitet werden, um einen soliden Geschäftsplan zu erstellen. Jedem Unternehmer sei angeraten, monatlich seine betriebswirtschaftlichen Zahlen zu überprüfen, ob und wie er wirtschaftlich gearbeitet hat. Bei dem geringsten Alarmzeichen sollte er sich dann Rat holen, da niemand vor Betriebsblindheit geschützt ist. Oft reichen kleine Eingriffe, um das Schiff wieder auf Fahrt zu bringen. Das Verhältnis Handel/Dienstleistungen zu Handwerk/Produktion beträgt bei den „Runden Tischen" 36 zu 64%. Bei 60% der zu beratenen Betriebe war eine positive oder ausreichende Lösung zu erzielen. Im Umkehrschluß bedeutet es aber auch, daß 40% der Betriebe nicht mehr zu helfen war. Hier war es teilweise nur noch möglich, mit Hilfe von Hausbanken oder Insolvenzfachanwälten den größten Schaden vom Unternehmer abzuwenden. Die Hauptursache für diese geringe Erfolgsquote ist die, daß die Unternehmer zu lange warten, um Hilfe in Anspruch zu nehmen. Diese Hilfe kann und soll aber immer nur Hilfe zur Selbsthilfe sein. Nur ein aktiver Unternehmer, der jede Chance wahrnimmt sich und sein Unternehmen zu verbessern, kann noch am Markt bestehen. Sich dabei der Hilfe versierter Berater zu bedienen, ist ein Zeichen aktiven Unternehmertums. Wenn die Unternehmer sich rechtzeitig helfen lassen, so könnte der Anteil von Sanierungsberatungen wieder auf ein normales Maß schrumpfen. Dieser beträgt bei der Betriebsberatung für den Mittelstand zur Zeit über 50% des Umsatzes. Auch die Banken haben dies eingesehen, und raten den von ihnen betreuten Unternehmen immer mehr zur vorzeitigen Beratung durch einen externen Unternehmensberater, um möglichst schnell Schwachstellen zu erkennen und abzustellen.
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